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Januar 2021: Veränderungen beim Camembert

In Frankreich gab es jahrelange Auseinandersetzungen über die Herstellung von echtem Camembert. Schließlich hat die Arbeitsgruppe der INAO am Donnerstag, den 22. Februar, eine Vereinbarung zur Festlegung der neuen Regeln für "Camembert de Normandie AOP" unterzeichnet. Damit muss ab 2021 nicht mehr obligatorisch Rohmilch verarbeitet werden, keine Schöpfkelle mehr eingesetzt werden… die neue gU, die 2021 in Kraft treten wird, ist deutlich weniger restriktiv als die seit 1983 bestehende.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Hersteller von "Camembert fabriqué en Normandie“ keine Produktionsbeschränkungen, weder hinsichtlich der Kuhrasse, die die Milch produzierte, noch hinsichtlich ihrer Ernährung und der Verwendung pasteurisierter Milch. Der Käse musste nur in Unternehmen im Département Calvados oder Manche hergestellt werden, aber die verwendete Milch musste nicht aus diesem Gebiet stammen.

Der kleine Sieg für Hersteller von „Camembert de Normandie AOP“: Die Hersteller von "Camembert fabriqué en Normandie“ dürfen nun auch nur noch ausschließlich Milch aus den fünf Départements der Normandie verwenden, die Milchbauern müssen einen fairen Milchpreis erhalten, die Kuhherde muss zu mindestens 30% aus normannischen Kühen bestehen. Aber sie werden die Möglichkeit haben, diese AOP-Camemberts mit pasteurisierter Milch herzustellen.

Somit wird es 2021 nur einen einzigen „Camembert de Normandie AOP“ geben.

Aber die derzeitigen Hersteller von AOP-Camembert - es gibt heute nur noch etwa zehn – sollen dennoch ihre höhere Qualität kennzeichnen dürfen, sie erfüllen nämlich strengere Spezifikationen: die normannischen Kühe grasen mindestens 6 Monate im Jahr auf der Wiese, Rohmilch wird verwendet und das Kellenschöpfverfahren wird eingesetzt, um dem Camembert seine typische Textur zu verleihen….

Deshalb hat die INAO die Kennzeichnung „véritable“ auf dem Produkt erlaubt: authentisch, historisch, echt, wahr ... ein neues Wort, um die AOP-High-End-Version zu charakterisieren, basierend auf Rohmilch von mehr als 50% normannischen Kühen, mit der Kelle geschöpftem Bruch ..., ein bisschen wie ein Grand Cru oder ein Premier Cru im Weinsektor.

Véronique Richez-Lerouge ist Buchautorin und Gründerin des Vereins „Fromage de Terroirs“. Sie kämpft seit Jahren für den „Camembert de Normandie“. Sie wird sich – diesmal über Brüssel - weiterhin dafür einsetzten, dass er aus Rohmilch hergestellt werden muss, um den echten Geschmack der Normandie zu bewahren.

Hier geht es zur Quelle des Textes.

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